Häufige Fragen & Antworten

Überblick über die u.a. Themenbereiche:

  • Rechtliches allgemein
  • Rechtliches in der Pflege
  • Anwenden & Mischungen erstellen
  • Aromaausbildungen
  • Öle & Zubehör
  • Internet & andere Medien

Rechtliches allgemein:

F: Gibt es gesetzliche Grundlagen für die Ausübung von Aromaberatungen oder Aromaanwendungen?
A: Es gibt kein Gesetz in Österreich, das Aromaberatungen oder Aromaanwendungen regelt. Es gilt das jeweilige Berufsrecht (z.B. Ärztegesetz, Gewerbeordnung, Gesunden- und Krankenpflegegesetz, MTD-Gesetz…) und die damit verbundenen Kompetenzen, Vorbehalte und Pflichten.

F: Wer darf als Aromatherapeut*in mit dem Ziel, Krankheiten mit ätherischen Ölen zu behandeln, arbeiten?
A: Ausschließlich Ärzt*innen und in Deutschland auch Heilpraktiker*innen.

Rechtliches in der Pflege:

F: Darf man als DGKP für die einmalige Anwendung für ASE oder basale Stimulation oder Waschungen allgemein Mischungen erstellen?
A: Ja, wenn es im Pflegestandard der jeweiligen Pflegeeinrichtung so angegeben ist und der Verbesserung des Wohlbefindens des*der Patient*in bzw. des Pflegeprozesses dient. Im Pflegestandard sollte aber festgehalten werden, welche Öle zum Einsatz kommen dürfen und dass die Pflegeperson eine Aromaausbildung im Umfang von mind. 24 UE absolviert haben muss.

F: Woran erkennt man, dass die Aromapflege im Krankenhaus erfolgreich implementiert wurde?
A: An den standardisierten Ausweisungen in Werbung und Marketing eines Krankenhauses oder einer Pflegeeinrichtung. Z. B. Textausweisung: Themen der Aromapflege im Rahmen des Pflegeprozesses und die damit verbundenen Leitlinien der Einrichtung.

Anwenden & Mischungen erstellen:

F: Was kostet eine seriöse Aromaberatung?
A: Eine seriöse Aromaberatung in einem Umfang von ca. 1,5 bis 2 Stunden wird ab einem Preis von € 78,- angeboten. Auf Wunsch kann bei diesem Beratungstermin eine auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Duftkomposition erstellt werden, die Materialkosten sind im o.g. Preis jedoch nicht enthalten. 

F: Wie erkennt man einen seriösen Aromaberater?
A: Seriöse, gut ausgebildete Aromaberater*innen werden Ihnen niemals Therapieempfehlungen geben, welche sich auf einen anderen Grundberuf stützen (Bsp.: Pflegeberufe, Heilberufe), sondern Sie zu jenen Berufszweigen verweisen. Unter Therapieempfehlungen versteht man das Einnehmen ätherischer Öle zur Behandlung von Krankheiten oder Gebrechen, das Auflegen von ätherischen Ölen auf Wunden ohne ärztliche Aufsicht, die Verarbeitung von ätherischen Ölen in Hautpflegeprodukten zur Heilung von Hauterkrankungen oder Wunden, egal ob diese Anfrage direkt, per Mail oder in sozialen Netzwerken gestellt wird. Diese Empfehlungen bedürfen immer einer fachlichen Aufsicht! 

F: Darf man ätherische Öle einnehmen?
A: Es kommt darauf an um welches ätherische Öl es sich handelt (z.B. Thuja wäre giftig und nicht geeignet, Kräuter- oder Zitrusöle eignen sich), ob ein sog. „Food grade Statement“ vorliegt, wie die Dosierung ist und zu welchem Zweck das ätherische Öl eingenommen wird. VAGA-zertifizierte Aromapraktiker*innen verwenden ätherische Öle zum Würzen von Speisen und Herstellen von Wellness- und Erfrischungsgetränken zur Gesundheitsförderung bzw. Aktivieren der Selbstheilungskräfte. Wenn ätherische Öle zur Vorbeugung oder Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden, dann sind sie Arzneimittel und dürfen nur von Apotheken abgegeben bzw. von Ärzt*innen und Therapeut*innen empfohlen werden.

F: Ist es normal, dass Hautreizungen nach Aromaanwendungen auftreten?
A: Nein. Wenn eine Hautreizung auftritt, dann passt die Komposition nicht für die betreffende Person oder es wurden hautreizende (bzw. verdorbene) Öle verwendet oder ein Vorsichtsgebot bei der betreffenden Person missachtet. Nur in ganz seltenen Fällen kann es zu nicht vorhersehbaren allergischen Reaktionen kommen, die spontan auftreten obwohl alles richtig gemacht wurde. Vor Anwendungen auf der Haut bei empfindlichen Personen sollte ein Verträglichkeitstest auf der Innenseite der Unterarme gemacht werden. 

F: Darf man in Österreich Aromaeinreibungen oder Massagen im Rahmen des Energetiker-Gewerbes durchführen? 
A: Nein, da Einreibungen in den Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege und Massagen in den Tätigkeitsbereich von medizinischen, Heil- oder gewerblichen Masseuren fallen. Das Verschieben, Kneten usw. von Gewebe und Gewebsarealen ist im Rahmen des Energetiker-Gewerbes untersagt, da es sich hierbei um eine Gewerbeüberschreitung handelt, und diese im weiteren Sinne sogar strafbar sein kann. Körperarbeit, die die o.a. Techniken nicht betrifft, ist sehr wohl erlaubt. 

F: Darf man Behandlungsempfehlungen für ätherische Öle bei Krankheiten abgeben?
A: Nur dann, wenn man Ärzt*in oder Therapeut*in ist. Sonst nicht. Sehr wohl erlaubt im Gewerbe sind aber Aromaberatungen zur Gesundheitsförderung bzw. Aktivierung der Selbstheilungskräfte. 

F: Wer darf ätherische Öle mischen?
A: Das hängt von der Zweckbestimmung des ätherischen Öls ab:

  • Mischungen zur Hautpflege dürfen von Kosmetikhersteller*innen bzw. Landwirt*innen hergestellt und verkauft werden, die die Auflagen der Europäischen Kosmetikherstellung erfüllen (Sicherheitsbewertung, GMP, Notifizierung etc.). Ausnahme: individuelle Kompositionen für eine Einmalanwendung zum sofortigen Verbrauch dürfen auch von Gesundheits- und Sozialberufen hergestellt werden.
  • Mischungen, die der Raumbeduftung dienen, dürfen von Gewerbetreibenden abgefüllt und verkauft werden, die die Auflagen der Chemikalienverordnung erfüllen.
  • Mischungen, die der Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten dienen, dürfen nur von Arzneimittelhersteller*innen, Pharmazeut*innen bzw. Apotheker*innen hergestellt und verkauft werden.
  • Mischungen, die zur Würzung von Speisen und Getränken dienen, dürfen von Gewerbetreibenden abgefüllt und verkauft werden, die die Auflagen der Lebensmittelherstellung erfüllen.

F: Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um Kosmetika mit ätherischen Ölen herstellen zu dürfen?
A: Man benötigt in Österreich das freie Gewerbe zur Herstellung von kosmetischen Artikeln und muss die Auflagen der Europäischen Kosmetikverordnung erfüllen. Infos dazu finden Sie auf der Seite der AGES…

Aromaausbildungen:

F: Woran erkenne ich eine seriöse Aromaausbildung?
A: Nachstehend finden Sie die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Sie erhalten unaufgefordert eine Rechnung für die Aus-, Fort- oder Weiterbildung (nicht Barzahlung vor Ort)
  • Auf der Website des Schulungsanbieters ist sofort ersichtlich, WER Sie unterrichtet und welche Qualifikationen bzw. Erfahrungen der*die Referent*in mitbringt (siehe auch weiter unten).
  • Ein Aroma-Basiskurs umfasst mind. 24 Unterrichtseinheiten. Eine Unterrichtseinheit dauert mind. 45 Minuten.
  • Präsenzzeiten und Praxisnachweise sind bei seriösen Aromaausbildungen nicht ersetzbar durch E-Learning oder Anrechnung von Literaturarbeit.
  • Eine Entscheidungshilfe bei der Wahl einer Ausbildung bzw. eines Ausbildungsinstitutes für Aromakunde finden Sie hier…

F: Wie umfassend sollte eine Ausbildung in Aromapflege sein, wenn man eine leitende Funktion übernehmen möchte?
A: Es sollte unbedingt eine Weiterbildung nach §64 GuKG „Komplementäre Pflege – Aromapflege“ im Umfang von 180 Unterrichtseinheiten (á mind. 45 min) nachgewiesen werden. Empfohlen ist, dass auf jeder Station mind. 1 Person des gehobenen Pflegedienstes diese Ausbildung nachweisen kann.

F: Welche Voraussetzungen sollte eine Aromapflegefachkraft mitbringen?
A: Er*sie sollte eine Aroma-Fortbildung nach §63 GuKG im Umfang von mind. 24 UE (á 45 min) absolviert haben und Interesse, Engagement und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit den ätherischen Ölen zeigen.

F: Welche Qualifikationen sollte ein*e Aromreferent*in / Trainer*in für Aromakunde mitbringen?
A: Referent*innen für Aromaseminare sollten mind. 3 Jahre in der Aromapraxis erfolgreich gearbeitet haben und eine Trainerausbildung oder Erfahrungen als Vortragende mitbringen. Leider gibt es aktuell sehr viele Referent*innen für Aromakunde, die kaum Praxiserfahrung haben und unmittelbar nach der eigenen Ausbildung schon andere in Aromakunde ausbilden. Das ist als höchst unseriös einzustufen, weil theoretisches Wissen für Lehrtätigkeiten zu wenig ist.

F: Wer darf Aromapflegeausbildungen nach §63 GuKG anbieten?
A: Generell dürfte jeder eine §63 GuKG Fortbildung anbieten, jedoch ist es nicht ratsam sich als medizinisch/pflegerischer Laie an die Schulung von Angehörigen dieser Berufsgruppe zu versuchen, da es in der Regel auf Fortbildungen zu vielen fachspezifischen Fragen kommt. Ist man mit der Beantwortung als solches dann überfordert oder gar nicht in der Lage diese zu beantworten, endet es meist in sehr missmutig gestimmten Teilnehmer*innen. Ist die Fortbildung vom Dienstgeber bezahlt, kann es in diesem Fall zu Rückzahlungsforderungen kommen, da es ich um definitive Fehlinformationen bezüglich des*der Vortragenden im Rahmen seiner Vortragskompetenz handelt. 

F: Wer darf Aromapflegeausbildungen nach §64 GuKG anbieten?
A: Die Weiterbildung nach §64 GuKG darf abgehalten werden wenn die Weiterbildung seitens des Amtes der jeweiligen Landesregierung per Bescheid genehmigt wurde. Dies ist dann der Fall, wenn u.a. die gesamte Weiterbildung (Curriculum, Lehrinhalte, Lehrbehelfe, Lehrbücher, Fach- und Spezialbücher, Unterrichtsräumlichkeiten, Belüftungsanlagen usw.) vom zuständigen Landeshauptmann bzw. dessen Vertretern als „in Ordnung und geprüft“ betrachtet werden, die Weiterbildung mind. 180 UE umfasst, die Weiterbildungsleitung (theoretisch, praktisch und organisatorisch) durch ein Mitglied des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege mit der jeweils eigenen Weiterbildung nach §64 GuKG übernommen wird (Übernahme durch schriftliche Anfrage und Einwilligung beim zuständigen Landeshauptmann). Für genauere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an die VAGA als Ihre Interessensgemeinschaft für Aromapflege und gewerbliche Aromapraktiker*innen oder an Ihre zuständige Landesregierung. 

Öle & Zubehör:

F: Wie viel darf ein ätherisches Öl kosten?
A: Ein billiges Öl ist nie ein gutes Öl. Ein hoher Preis sagt oft nichts über die Qualität, sondern viel mehr über die Preis- und Vertriebspolitik des Händlers aus. Die meisten ätherischen Öle liegen bei einem 10ml-Preis zwischen € 5,- und € 15,-. Blütenöle, die sehr aufwändig in der Gewinnung sind (z.B. Rosenöl) liegen bei einem Preis von € 20,- für 1ml und mehr.

F: Dürfen ätherische Öle gestreckt werden?
A: Es ist verboten ätherische Öle zu strecken und nicht zu deklarieren. Das wäre Betrug. Auch die Behauptung, dass Firmen ätherische Öle strecken und das nicht angeben, ist strafbar. Sehr wohl erlaubt und üblich ist es, teure Öle mit Alkohol oder Jojoba (Wachs) zu strecken. Diese Verdünnungsmittel beeinträchtigen weder die Haltbarkeit, noch die Qualität. Diese Streckung ist somit in Ordnung – sofern der Verdünnungsgrad und das Verdünnungsmittel am Etikett angegeben sind. 

F: Was zeichnet ein hochwertiges ätherisches Öl aus?
A: Es ist korrekt etikettiert, genuin (naturbelassen) und in bio- oder Wildwuchsqualität erhältlich. Außerdem sollte es zu jeder Ernte (Charge) des ätherischen Öl ein Analysezertifikat geben, auf dem die Inhaltsstoffe und deren Menge angegeben sind. Ein Sicherheitsdatenblatt enthält andere Informationen als das Analysezertifikat.

Internet & andere Medien:

F: Wie seriös sind Rezepte aus dem Internet / social Media einzustufen?
A: Diese sind NIEMALS als seriös einzustufen, da eine seriöse Empfehlung ausschließlich nach einem ausführlichen Anamnesegespräch gemacht werden kann. Außerdem haftet der*die Empfehler*in nicht für nachteilig erteilten Rat und gibt in der Regel keine Auskunft welche Qualifikation er*sie in puncto Aromakunde hat.

F: Was tue ich wenn ich eine fehlerhafte Aromaempfehlung im Internet oder in Zeitungen etc. finde?
A: Sie haben die Möglichkeit sich an die Aktionsgruppe „Medien“ der VAGA zu wenden. Dazu scannen Sie bitte den entsprechenden Artikel (bzw. die Rezeptur) ein und schreiben eine Mail inkl. Namen der Zeitschrift, des Impressums und der Ausgabennummer und bei Empfehlungen aus dem Internet den entsprechenden Link an Sabine Juritsch, MSc presse@aromapraktiker.eu. Mitarbeiter*innen der Aktionsgruppe prüfen den fachlichen Inhalt des Artikels, kontaktieren den Herausgeber und weisen auf beispielsweise fehlerhafte Dosierungen sowie Vorsichtsgebote/Kontraindikationen hin. Zusätzlich übersenden sie eine fachlich korrekt dosierte Rezepturempfehlung.

F: An wen kann ich mich wenden, wenn gesundheitsgefährdende Informationen rund um Aromaanwendungen verbreitet werden?
A: An eine*n Aromapraktiker*in in Ihrer Nähe, an die VAGA als Interessensgemeinschaft oder direkt an das zuständige Lebensmittelamt oder an das Bundesministerium für Gesundheit.

F: Wie seriös sind Fachbücher einzustufen?
A: Aktuell erscheinen fast wöchentlich neue Aromabücher. Eine Übersichtlichkeit ist nicht mehr gegeben. Anhaltspunkt: Wenn Autoren mehrmals im Jahr ein Buch zu verschiedensten Aromabereichen veröffentlichen, kann dies nicht ernst genommen werden. Gut recherchierte Bücher sind Projekte, die eine*n Autorin über mind. 1-2 Jahre „beschäftigen“. Recherchieren Sie bitte auch über den*die Autor*in und deren Qualifikation in puncto Aromatherapie-Ausbildung und Aromapraxis.

F: Wer ist gemeint, wenn in einem Aromafachbuch steht „unter fachlicher Aufsicht“?
A: Bei dem Begriff „unter fachlicher Aufsicht“ ist eine Person oder Institution gemeint, welche in diesem Bereich Aus- und Weiterbildungen vorweisen kann und damit berechtigt ist, eine „Aufsicht“ zu führen. Hierzu zählen u.a. VAGA-zertifizierte Aromapraktiker*innen, Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege mit einer Weiterbildung nach §64 GuKG „Komplementäre Pflege – Aromapflege“ (Aufsicht bei Gesundheitspräventiven oder auch kurativen/palliativen Maßnahmen in Kranken- und Pflegeanstalten, therapeutische Maßnahmen in Kombination mit einem*r Mediziner*in sowie wie im Bereich der freiberuflichen Pflege) wie auch Ärzt*innen, die eine Ausbildung in Aromatherapie von mind. 72UE (á 45min) absolviert haben.